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<title>Operation Banner</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Operation Banner</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p>Als <b>Operation Banner</b>, oder auch kurz <b>Op Banner</b><sup id="cite_ref-ctc21_1-0" class="reference"><a href="#cite_note-ctc21-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>, bezeichnete das britische Militär einen langjährigen Einsatz im <a href="Nordirlandkonflikt" title="Nordirlandkonflikt">Nordirlandkonflikt</a>. Erklärtes Ziel war es, <a href="Nordirland" title="Nordirland">Nordirland</a> vor einem Bürgerkrieg zu bewahren. Sie begann 1969 und endete offiziell am 31. Juli 2007. Operation Banner war damit die längste aller Operationen der <a href="Streitkr%C3%A4fte_des_Vereinigten_K%C3%B6nigreichs" title="Streitkräfte des Vereinigten Königreichs">Streitkräfte Großbritanniens</a>.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Beginn">Beginn</h2></div>
<p>Als die Ausschreitungen in der <a href="Provinz_Ulster" title="Provinz Ulster">Provinz Ulster</a> (Nordirland) zwischen den beiden Konfessionen, <a href="R%C3%B6misch-katholische_Kirche_auf_der_Insel_Irland" title="Römisch-katholische Kirche auf der Insel Irland">Katholiken</a> und <a href="Protestanten" class="mw-redirect" title="Protestanten">Protestanten</a> (Anglikaner und Presbyterianer), durch die <a href="Royal_Ulster_Constabulary" title="Royal Ulster Constabulary">Royal Ulster Constabulary</a> nicht mehr einzudämmen waren, erbat der Premierminister Nordirlands <a href="James_Chichester-Clark" title="James Chichester-Clark">James Chichester-Clark</a> Militärpräsenz. Die britischen Truppen wurden anfangs von den katholischen Bürgern als <a href="Schutzmacht" title="Schutzmacht">Schutzmacht</a> empfangen und begrüßt, da sie sich ein Ende der Übergriffe loyalistischer Extremisten erhofften. Doch die Stimmung kippte bald. Die Soldaten waren für den Gefechtseinsatz in <a href="Britische_%C3%9Cberseegebiete" title="Britische Überseegebiete">Übersee</a> ausgebildet, nicht für friedenserhaltende Arbeit im zivilen Umfeld in der Heimat. Als die <a href="Provisional_IRA" class="mw-redirect" title="Provisional IRA">Provisional IRA</a> und die <a href="Official_IRA" class="mw-redirect" title="Official IRA">Official IRA</a> die Armee als <a href="Besatzungsmacht" title="Besatzungsmacht">Besatzungsmacht</a> bekämpften, versuchte das Militär mit Razzien und Hausdurchsuchungen ihres Gegners Herr zu werden. Dies traf jedoch selten genug die IRA, sondern vielmehr die unbeteiligte Zivilbevölkerung. Die verwendeten Maßnahmen wurden im weiteren Verlauf immer unverhältnismäßiger. Höhepunkt war der Einsatz von britischen Fallschirmjägern am 30. Januar 1972 in <a href="Derry" title="Derry">Derry</a>, dem <a href="Blutsonntag_(Nordirland_1972)" title="Blutsonntag (Nordirland 1972)"><i>Bloody Sunday</i></a>. Nach einer zunächst friedlichen Demonstration wurden 14 katholische Nordiren durch britische Soldaten erschossen und zahlreiche Demonstranten verletzt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Strategie">Strategie</h2></div>

<p>Was als kurzfristige Krisenreaktion geplant war, entwickelte sich für das Militär zum Dauereinsatz. An Abzug war aufgrund der chaotischen Zustände nicht zu denken, im Gegenteil, die Truppenstärke stieg immer weiter an und betrug schließlich 28.000 Mann. Es wurde offensichtlich, dass durch massiven Militäreinsatz allein die Provinz nicht zu befrieden war. Man ging dazu über, die IRA stärker zu überwachen, um gezielter gegen sie vorgehen zu können und die katholische Minderheit nicht noch mehr gegen sich aufzubringen. Geheimdienstliche Tätigkeit bekam größere Bedeutung, überall in Ulster entstanden deshalb stark befestigte Beobachtungstürme und Straßenkontrollpunkte, die den Handlungsspielraum der IRA einschränkten. Es entspann sich ein erbitterter Kleinkrieg, der über drei Jahrzehnte dauern und 763 Soldaten das Leben kosten sollte, fast dreimal mehr als im <a href="Falklandkrieg" title="Falklandkrieg">Falklandkrieg</a>. Durch eingeschleuste Informanten gerieten die IRA-Einheiten in den Städten, wie die <a href="Provisional_IRA_Belfast_Brigade" title="Provisional IRA Belfast Brigade">Belfast Brigade</a> und Derry Brigade, schließlich zwar an den Rand der Handlungsunfähigkeit. Jedoch erwiesen sich die IRA-Einheiten in den ländlichen Gebieten, wie die <a href="Provisional_IRA_South_Armagh_Brigade" title="Provisional IRA South Armagh Brigade">South Armagh Brigade</a> und <a href="Provisional_IRA_East_Tyrone_Brigade" title="Provisional IRA East Tyrone Brigade">East Tyrone Brigade</a>, als hartnäckige und nicht zu besiegende Gegner. Erst gegen Ende der 1990er Jahre bestand mit dem Waffenstillstand der meisten paramilitärischen Gruppen (Ausnahmen: die Splittergruppen <a href="Continuity_Irish_Republican_Army" title="Continuity Irish Republican Army">Continuity IRA</a> und <a href="Real_IRA" class="mw-redirect" title="Real IRA">Real IRA</a> halten bis heute am Kriegszustand fest) und dem <a href="Karfreitagsabkommen" title="Karfreitagsabkommen">Karfreitagsabkommen</a> eine reale Chance für eine friedliche Lösung des Nordirlandkonfliktes.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ende">Ende</h2></div>
<p>Als vertrauensbildende Maßnahme wurden IRA-Häftlinge aus der Haft entlassen und die Truppenstärke in Ulster kontinuierlich verringert. Die Erhaltung der Sicherheit auf den Straßen ging mehr und mehr an die reformierte Polizei über, dem <i><a href="Police_Service_of_Northern_Ireland" title="Police Service of Northern Ireland">Police Service of Northern Ireland</a></i>. Schließlich wurden als deutlichstes Zeichen der Befriedung die Beobachtungstürme demontiert und die meisten Armeegarnisonen geschlossen. Derzeit sind noch 5000 Soldaten in Nordirland stationiert, welche nach dem Ende der Operation stufenweise abgezogen werden sollen.
</p><p>Ein internes Dokument der britischen Armee, das im Jahr 2007 veröffentlicht wurde, beinhaltete ein Gutachten, das feststellte, dass die britische Armee es zwar nicht schaffte die IRA mit militärischen Mitteln zu besiegen, doch sie 'zeigte der IRA auf, dass sie ihre Ziele nicht durch Gewalt erreichen kann'. Die militärische Bewertung beschreibt die IRA als 'professionell, engagiert, hoch qualifiziert und widerstandsfähig'.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-ctc21-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-ctc21_1-0">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://ctc.westpoint.edu/a-view-from-the-ct-foxhole-brigadier-rob-stephenson-deputy-commander-nato-special-operations-headquarters/"><i>A View from the CT Foxhole: Brigadier Rob Stephenson, Deputy Commander, NATO Special Operations Headquarters.</i></a> In: <i>CTC Sentinel.</i> West Point, 2021,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 17.&nbsp;März 2023</span> (englisch).</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AOperation+Banner&amp;rft.title=A+View+from+the+CT+Foxhole%3A+Brigadier+Rob+Stephenson%2C+Deputy+Commander%2C+NATO+Special+Operations+Headquarters&amp;rft.description=A+View+from+the+CT+Foxhole%3A+Brigadier+Rob+Stephenson%2C+Deputy+Commander%2C+NATO+Special+Operations+Headquarters&amp;rft.identifier=&amp;rft.publisher=West+Point&amp;rft.date=2021&amp;rft.language=en">&nbsp;</span></span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://news.bbc.co.uk/1/hi/northern_ireland/6276416.stm">Army paper says IRA not defeated</a></span>
</li>
</ol>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Operation_Banner?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Operation Banner</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/northern_ireland/6923342.stm">BBC: <i>Army ending its operation in NI</i></a> (englisch)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/northern_ireland/6923421.stm">BBC: <i>No fanfare for Operation Banner</i></a> (englisch)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.tagesspiegel.de/politik/International-Nordirland;art123,2348716">www.tagesspiegel.de: <i>Um Mitternacht endet die "Operation Banner"</i></a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://socialistworker.co.uk/art/12420">Larkham Printers &amp; Publishers Ltd: <i>The inside story of British death squads in Northern Ireland</i></a></li></ul></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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